Plastikvermeiden – Tipps für stressige Phasen

Ich versuche in meinem Alltag überall, wo es mir möglich ist, Plastikmüll zu vermeiden. Der Einkauf im Supermarkt? Den Jutebeutel habe ich immer dabei. Obst und Gemüse? Lose und im eigenen Gemüsenetz. Körperpflege? Da sind Seifen und selbstgemachte Cremes meine besten Freunde.
Die Umstellung und die damit einhergehende Vorbereitung waren für mich lediglich eine Gewöhnungssache – wir Menschen sind Gewohnheitstiere und wenn wir erst mal eine Sache abgespeichert haben gehört sie Ruck Zuck zu unserem täglichen Trott. In der Regel klappt es bei mir auch ganz gut und die meisten Einkäufe ziehen ohne Plastikverpackung in meine Küche ein.
Doch es gibt einfach Situationen, in denen das ganze irgendwie so überhaupt nicht klappen will, man alles Mögliche im Kopf hat und der Vorsatz, den Plastikverpackungen den Rücken zu kehren, nicht so recht umzusetzen ist. Solche Phasen frustrieren mich. Wie wunderbar doch sonst alles klappt! Warum ist denn jetzt der Wurm drin?
Ganz oft, so habe ich es festgestellt, hängt das mit Stress zusammen. Wenn man 100 Dinge gleichzeitig unter einen Hut bekommen will, viel unterwegs ist und entweder der Job, das Studium, die Abschlussphase an der Schule oder das Praktikum einen so einnehmen, dass es plötzlich unmöglich scheint, sich auch noch um die Verpackung des Müslis Gedanken zu machen. Da sind die fast durchgängigen Öffnungszeiten des Supermarkts doch irgendwie verlockender und scheinen passender, als die (verständlicherweise) kürzeren Öffnungszeiten vom nächstgelegenen unverpackt Laden.
Ich habe für mich ein paar Punkte für solche Phasen zusammengetragen, die ich mit euch teilen möchte. Denn auch, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt und die Vorbereitung vom Einkauf gerade nicht Priorität hat, gibt es ein paar Tricks, trotzdem etwas Müll einzusparen:

  1. Die Tasche schon am Abend packen
    Dieser Satz ist vermutlich schon sehr oft gesagt worden und ich habe ihn vor allem in meiner Schulzeit mehr als häufig von meiner Mutter gehört; aber er ist Gold wert. Wenn man sich abends fünf Minuten Zeit nimmt und die wichtigsten Sachen für den nächsten Tag bereits zusammenlegt, hat man am nächsten Tag, wenn es morgens doch mal wieder die Zeit knapp wird, einen Stressfaktor weniger. Bei mir ist definitiv immer im Rucksack: Eine Wasserflasche, ein Jutebeutel, ein Bambus To-Go Becher sowie Snackbeutel für Brötchen und Co. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, helfen unterwegs aber unfassbar gut, Müll zu vermeiden!
  2. (Ein wenig) auf Vorrat kaufen
    Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan vom Vorratskauf – im Gegenteil, ich versuche immer Bedarfsgerecht einzukaufen, sowohl bei frischen Lebensmitteln als auch bei Müsli, Nüssen, Nudeln und Co. Wenn ich aber eine etwas stressige Phase habe und weiß, dass der Gang zum Wochenmarkt vermutlich in der Woche ausfällt, gibt es doch ein paar Dinge, die ich auf Vorrat da habe: Nudeln, Pesto, Aufstrich im Glas und eingefrorenes Brot im Gefrierfach. Das hat zweierlei Gründe: Zum einen spare ich damit Geld, denn der Gedanke daran, dass ich doch zu Hause ganz schnell Nudeln mit Pesto zubereiten kann, hat mich schon oft davor bewahrt, sehr viel Geld unterwegs für Essen auszugeben. Und zum anderen kann es dabei helfen, Müll zu sparen. Denn wenn es nach Feierabend doch mal fix gehen soll mit dem Essen, ist der Griff zur Tiefkühlpizza im Supermarkt doch manchmal schneller getan als man wollte. Da ist doch Nudeln mit Pesto eine wesentlich bessere Alternative, oder?
  3. Für mehrere Tage kochen
    Ein Klassiker, den ich schon lange umsetze, auch in weniger stressigen Zeiten: Für mehrere Tage kochen. Bei mir liegt es vor allem daran, dass ich meist für mich alleine koche und so keine Lebensmittel wegschmeiße. Suppen, Salate, Pfannengerichte oder Aufläufe lassen sich super in etwas größeren Mengen produzieren und so muss man nur einmal für zwei oder drei Tage kochen und kann es sich an den nächsten Tagen ganz einfach aufwärmen. Für die Arbeit eignen sich da gut kalte Gerichte wie bspw. Salate.
  4. Richtige Pausen machen
    Weniger um Müll zu vermeiden, sondern eher um sich selbst etwas Gutes zu tun: Auch wenn einem die Arbeit über den Kopf zu wachsen scheint: Nimm dir Zeit für eine richtige Pause. Denn nur so kann man wirklich produktiv sein und auch die Dinge schaffen, die man sich vorgenommen hat. Damit einher geht für mich auch: Was richtiges Essen. Selbst wenn man nichts für das Mittagessen vorbereitet hat, finde ich es wichtig, eine richtige Mahlzeit einzunehmen und auf To-Go Snacks zwischen Tür und Angel zu verzichten. Das ist in der Regel nicht nur gesünder sondern man spart on top auch oft Müll!
  5. Sich nicht zu sehr stressen (lassen)
    „Aber ich habe mir das doch für das neue Jahr so fest vorgenommen!“ Es kann sehr frustrierend sein, wenn man doch eigentlich so nachhaltige, grüne Ziele hat, und diese irgendwie vom Alltag überrannt werden. Das wichtigste bei all dem finde ich, sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Stressige Phasen kommen und gehen! Es kommen auch wieder Zeiten, in denen man mehr Zeit und Muße hat und alles wieder so läuft, wie man das möchte. In der Zwischenzeit sollte man den Mut nicht verlieren und vor allem: nicht den Spaß und die Lust an der Sache verlieren. Denn es bringt überhaupt nichts, wenn man sich in irgendeiner Form dazu ‚gezwungen‘ fühlt, Müll zu vermeiden. Es soll ja auch irgendwie Spaß machen zu kochen, zu backen und seine Einkäufe zu planen.

 

Habt ihr weitere Tipps, wie man auch in stressigen Zeiten Müll vermeiden kann? Und was macht ihr um eure nachhaltigen Vorsätze in den Alltag zu integrieren?
Ich freue mich über eure Kommentare!

Eure Julia