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Warum Mode ein feministisches Thema ist

Es ist wieder Fashion Revolution Week – und deshalb geht es heute wieder um das Thema Mode – in Verbindung mit einem anderen Thema, was mir sehr wichtig ist.
Mit Mode verbindet man viele unterschiedliche Dinge: Schönheitsideale, neue Trends, Size 0, Trendfarben, … hier kommt vieles zusammen, was irgendwie an das Thema anknüpfen. Oftmals sind es eher oberflächliche Aspekte, die wir damit verbinden.
Doch Mode ist noch sehr viel mehr – es ist nicht zuletzt ein politisches Thema. Wir alle konsumieren Mode; einige gehen gern shoppen, andere weniger gern, aber trotzdem müssen wir uns alle irgendwie kleiden. Mein Plakat für die Demo am Weltfrauen*tag im letzten Jahr trug den Schriftzug Wanna support women? Support Fair Fashion. Denn Mode und Feminismus sind zwei Bereiche, die für mich eng miteinander verknüpft sind. Mir war das lange nicht so bewusst – und mit dem Bereich Mode und Kleidung habe ich mich, in Bezug auf Nachhaltigkeit, erst relativ spät auseinander gesetzt.

Was hat Mode mit Feminismus zu tun?

Vermutlich hat jede*r schon mal eines dieser T-Shirts gesehen, auf denen Sprüche wie: Girl Power oder Feminist steht, gesehen. T-Shirts, die einen vermeintlich feministischen Spruch aufgedruckt haben und vor allem häufig (natürlich nicht ausschließlich) in großen bekannten Klamottengeschäften in der Innenstadt zu finden sind. Diese T-Shirts sind jedoch alles andere als feministisch: denn sie werden meist unter Bedingungen hergestellt, die absolut menschenunwürdig sind.

Frauen in der Modeindustrie

In den Textilfabriken auf der ganzen Welt liegt der Frauenanteil bei über 80%. Diese Frauen bekommen im Durchschnitt 3€ Lohn pro Tag. Drei Euro, von denen sie sich selbst und ihre Familie ernähren müssen. Dass dieser Lohn teilweise kaum zum überleben reicht, sollte klar sein. Diejenigen, die so einen großen Teil dazu beitragen, dass diese milliardenschwere Industrie immer weiter hohe Umsätze erzielt, verdienen nur einen winzigen Anteil von dem, was für ihre Arbeit angemessen wäre.
Jetzt, während der Fashion Revolution Week, wird noch einmal verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Modeindustrie – und ihre Folgen für die Umwelt und die Arbeiter*innen gelenkt. Das ist so unfassbar wichtig, denn für die Konsument*innen in den Geschäften ist in der Regel überhaupt nicht sichtbar, was für eine Auswirkung ihr Kauf hat:

Wenn ich in einem großen, bekannten schwedischen Kleidungsgeschäft stehe und mir für 9,99€ ein Girl Power T-Shirt kaufe, sehe ich nicht, was dieser Kauf mit den Rechten der Näher*innen macht. Denn mit diesem Kauf unterstützen wir die Bedingungen, unter denen das Kleidungsstück produziert wurde, wir sorgen mit unserem Geld dafür, dass diese Industrie weiter boomt. Und damit unterstützen wir auch, dass die Näher*innen, die dieses 9,99€ T-Shirt genäht haben, nicht fair bezahlt wurden, Überstunden machen, kein Recht auf Gewerkschaften oder Mutterschutz haben, teilweise ohne Pause und unter teils gefährlichen Bedingungen arbeiten müssen.

Wie wir Mode feministisch gestalten können

Mode ist ein feministisches Thema: wer sich für die Rechte von Frauen einsetzt, wo Feminist das T-Shirt ziert und möchte, dass Gleichberechtigung vorherrscht, der sollte diese nicht nur für sich einfordern, sondern auch über den eigenen Tellerrand schauen. Und es kann so einfach sein, sich für die Rechte von Näher*innen einzusetzen: indem man fair und nachhaltig produzierte Mode kauft und so an dieser Stelle die Nachfrage erhöht.
Denn so unterstützen wir nicht nur, dass unsere Kleidung fair produziert wird, sondern auch, dass die Näher*innen fair bezahlt werden, einer Gewerkschaft beitreten dürfen, ein Recht auf Mutterschutz haben und an einem Ort arbeiten, der sicher ist. Deshalb ist es so wichtig zu fragen Who made my clothes?, Transparenz einzufordern und zu zeigen, dass Mode so viel mehr ist als ein paar nette Trendfarben.

Was sind eure Gedanken zu dem Thema? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!
Eure Julia

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Kommentar

  1. Toller Beitrag zu einem so wichtigen Thema! Ich hatte keine Ahnung, dass die Frauenquote in den Fabriken 80 % ist. Die Modebranche sehe ich aus vielen Gründen überaus kritisch, aber diesen Aspekt hatte ich gar nicht auf dem Schirm – danke!

    1. Hey,
      danke für dein Feedback! Ja, das Thema ist super komplex, was man erst mal gar nicht so annimmt. Freut mich, dass du aus dem Beitrag was für dich mitnehmen konntest 🙂

      Sonnige Grüße,
      Julia