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Einmal Berlin und zurück – so war die Fashion Week Herbst/Winter 2020/21

Alle halbe Jahre ist Berlin Mittelpunkt der Fashion Szene: zwei Mal im Jahr heißt es it’s Fashion Week, Baby!
Vor genau einem Jahr war ich auch das erste Mal vor Ort, natürlich nicht um mir irgendwelche High Fashion Designer anzugucken, sondern um die neonyt zu besuchen. Das ist sozusagen das nachhaltige Pendant zur Mercedes Benz Fashion Week – und findet an drei Tagen statt. Die neonyt ist eine sehr große Messe für Fachbesucher*innen: die Brands stellen ihre neusten Kollektionen vor und Einkäufer*innen, Journalist*innen und auch Blogger*innen haben die Möglichkeit, sich ein Bild davon zu machen, Fragen zu stellen und teilweise direkt mit den Gründer*innen in Kontakt zu kommen. Man kann also nichts kaufen, schließlich sind die Kollektionen ja auch noch gar nicht erschienen.
Rund um die Messe gibt es ein Rahmenprogramm – von Talks über Diskussionsrunden bis hin zu Filmvorführungen ist so ziemlich alles dabei. Und nachdem ich vor einem Jahr eher skeptisch Richtung Hauptstadt gefahren bin, so war ich doch nach meinem ersten Aufenthalt auf der neonyt sehr sicher, dass ich wiederkomme. Denn hier geht es um mehr als oberflächliche Modethemen – hier geht es darum, die Modeszene nachhaltig zu verändern. Und genau deshalb bin ich auch dieses Mal, jedoch statt mit Skepsis mit einer großen Portion Vorfreude im Gepäck, mit dem Zug nach Berlin getingelt um mich wieder ins Geschehen zu werfen, ins Gespräch mit Modemacher*innen zu kommen, Neues zu lernen und liebe Bloggerkolleg*innen wieder zu treffen (das fühlt sich jedes Mal wie ein großes Klassentreffen an. Ich liebs!).

Tag 1: Vom gemütlichen Brunch zu unfassbaren Menschenmengen
Nach der Anreise am Montag (das ist so deutlich entspannter als am ersten Tag der Messe anzureisen) ist der erste Tag der neonyt mit einem Brunch gestartet, den die Fashion Changers organisiert haben. In einer gemütlichen Location in der Nähe vom Tempelhofer Feld haben wir uns gemeinsam mit weiteren grünen Blogger*innen getroffen, um entspannt in die turbulenten Tage zu starten. Neben einem köstlichen veganen Frühstück gab es spannenden Input zum Thema Hautpflege von weleda und ein paar aha-Momente zum Thema Pflege von Wollkleidung von lanius. Es war ein herrlicher Vormittag!
Danach haben wir uns direkt auf den Weg zur neonyt gemacht – die Fashion Changers haben wieder einen Community Talk organisiert und vier Blogger*innen haben ihre Meinung und Erfahrungen zum Thema ‚Aktivismus und Bloggen‘ mit uns geteilt.
Gefühlt war der halbe Tag bereits rum – und von der Messe hatte ich noch nicht viel gesehen. Denn die Location war diesmal eine andere (wir befanden uns im Flughafen Tempelhof) und damit war nicht nur vom Ort her alles anders als vorher – es war auch deutlich größer und voller. Ich habs kaum geschafft mich zu orientieren, weil einfach für meinen Geschmack zu viele Menschen in dieser Halle waren.

Tag 2: Lets get this fair fashion thing started!
Nachdem ich mich am Dienstag also einigermaßen orientiert hatte, konnte ich am Mittwoch so richtig loslegen. In der Prepeek Area (dem Bereich für Blogger*innen, wo einige Talks stattfanden und man sich auch mal zurückziehen konnte) gibt es jedes Mal die Möglichkeit, ein paar Teile aus neuen Kollektionen ausgewählter Fair Fashion Brands anzuprobieren, sein Make Up auffrischen und im Anschluss fotografieren zu lassen. Na, da sag ich doch nicht nein!

Foto: Maria Dominika Photography

Nach dem Shooting hieß es: rein in die Menge! Und so hab ich mir die unterschiedlichen Brands genauer angeguckt, viele spannende Gespräche geführt und auch kritische Fragen gestellt.
Ein Punkt, der mir bereits am ersten Tag aufgefallen ist, und der von vielen Seiten aus kritisiert wurde, war tatsächlich das Essen. Dass so ein Messe-Snack weder richtig satt macht, noch günstig ist, ist klar. Doch die Food Trucks, die sich außerhalb der Halle und somit zwischen der neonyt und der parallel stattfindenden Panorama (auch eine Messe, jedoch nicht zum Thema Nachhaltigkeit) befunden haben, waren nicht nur für die Masse an Besuchern deutlich zu wenig; es gab im Prinzip auch kaum vegane Produkte. Nachdem wir schon 15 Minuten für einen Burger angestanden haben und uns dann gesagt wurde, dieser sei nur vegetarisch, war die Motivation, sich am Stand daneben anzustellen und sich aus dem vegetarischen Gericht etwas veganes basteln zu lassen (á la: einmal das und das und das weglassen, dann ist es vegan), eher nicht mehr vorhanden. Hier muss ich sagen: das finde ich wirklich schwach. Von einer Messe, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, hätte ich tatsächlich mehr erwartet (mal abgesehen von der Tatsache, dass es in der alten Location überhaupt kein Problem war, etwas veganes zu finden).
Aber zurück zur Mode: hier gab es jede Menge zu entdecken und auch einige aha-Momente. Das ist das großartige an dieser Messe: man kann direkt Fragen stellen, auch mal kritischer werden und vor allem einiges lernen!

Tag 3: Ein letzter Rundgang, Goodbye und ein Fazit
Der letzte Tag war für uns (meine Reisebegleitung war dieses Mal übrigens Yannick von rethinknation – Team Mainz sozusagen!) nur noch ein halber Tag – Mittags ging der Zug wieder zurück nach Hause. Vorher habe ich die Chance noch genutzt, um mich noch mit Brands auszutauschen und letzte Gespräche zu führen. Insgesamt konnte ich natürlich nur mit einem Bruchteil der Aussteller reden bzw. mir die Stände genauer angucken – eine Liste der Brands, mit denen ich gequatscht habe, findet ihr weiter unten.
Dann hieß es auch schon wieder: Adieu Berlin, schön wars und bis bald! Während der knapp fünfstündigen Zugfahrt hatte ich dann genug Zeit, um das Gesehene zu verarbeiten, mir Gedanken zu machen und ein erstes Fazit zu ziehen (was sich auch eigentlich nicht mehr verändert hat).

Foto: Sophie Brand Photoagraphy

Wenn man den Begriff „Fashion Week“ hört, denkt man direkt an oberflächliche Modethemen – Bilder vom Catwalk und irgendwelchen Promi-Veranstaltungen. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wie die „richtige“ Fashion Week abläuft – auf der neonyt sieht es jedenfalls anders aus, als man es sich vielleicht vorstellt. Es gibt auch eine Fashion Show, die jedoch bei weitem nicht den größten Teil der Veranstaltung einnimmt. Das Überthema war dieses Mal „Air“ – irgendwie ganz passend zur Location im Tempelhofer Flughafen. Man hat während der gesamten Messe irgendwie das Gefühl, dass es hier um mehr geht, dass es um Veränderungen geht. Es wird diskutiert, (der Community Talk der Fashion Changers war nur einer von vielen Talks, es standen täglich mehrere auf dem Programm), man konnte die Petition #fairbylaw unterstützen, es wurde sich ausgetauscht und kritische Fragen gestellt. Natürlich geht es auch hier um schöne Dinge – schließlich ist Mode eine schöne Sache und soll Spaß machen. Jedoch nicht auf Kosten der Produzent*innen. Deshalb ist es so wichtig, dass diese Messe größer wird, mehr Aufmerksamkeit bekommt und deutlich wird, dass es faire Mode gibt und wie wichtig sie ist.
Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Messe im Sommer!

Folgende Brands habe ich mir angeschaut:

Ich hoffe, der Einblick in die neonyt hat euch gefallen und vielleicht ist ja die ein oder andere Brand mit dabei, die ihr noch gar nicht kennt und die ihr euch mal näher anschauen wollt!
Eure Julia

*dieser Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung

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  1. Liebe Julia, vielen Dank für deinen Besuch bei uns am Stand von Suite 13, Wild Fawn Jewellery und Papu Stories <3 Ich habe mir übrigens gestern einen Bücherei Ausweis besorgt 😉