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4. Türchen

Heute ist der vierte Dezember – und mein heutiger, nachhaltiger Tipp ist zugleich eine Empfehlung! Denn einige Wochen vor Weihnachten stehen viele noch vor der Frage – was kann ich meinen Liebsten zu Weihnachten schenken?
[Werbung, ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten*]

Nachhaltigkeitstipp am 4. Dezember: Das Buch “Warum Meerschweinchen das Klima retten” von Christof Drexel.
Ich verschenke wahnsinnig gern Bücher – und gerade im Bereich Nachhaltigkeit gibt es eine tolle Auswahl, egal ob für Anfänger oder Fortgeschrittene was den grünen Lebensstil betrifft.
Bislang habe ich vor allem Bücher über dieses Thema gelesen, die Rezepte, Anleitungen und Aspekte aus dem Alltag aufgegriffen haben (Plastikmüll reduzieren, Produkte selber machen statt kaufen etc.). Das Buch vom Klima-Experten Christof Drexel geht in eine etwas andere Richtung – und es gefällt mir wirklich gut! Wenn ihr also noch auf der Suche nach Geschenken für eure Liebsten, oder auch für euch selbst seid, dann ist das Buch vielleicht genau das Richtige für euch!

Worum geht es in dem Buch?
“Warum Meerschweinchen das Klima retten” würde ich als Klimabuch beschreiben – und das große Oberthema ist die Frage, wie wir CO2 in unserem Alltag einsparen können, damit das 2-Grad-Ziel erreicht werden kann. Unterteilt ist es in acht Kapitel, wobei das erste die Ausgangslage beschreibt und erklärt, warum wir überhaupt etwas an unserem Lebensstil verändern müssen. Die weiteren sieben Kapitel sind Bereiche aus unserem Alltag:
– Ernährung
– private Mobilität
– Urlaub und Fliegen
– Freizeit, Sport und Haustiere
– Sonstiger Konsum
– Haushaltsstrom
– Bauen und Wohnen

In jedem Kapitel gibt es zunächst Hintergrundinformationen, inwiefern dieser Bereich unseres Alltags CO2 erzeugt und welche unterschiedlichen Aspekte hier eine Rolle spielen (Bsp. Ernährung: hier wird auf Milchprodukte, Fleisch und eine rein pflanzliche Ernährung eingegangen). Gespickt sind alle Kapitel mit sehr anschaulichen Grafiken, die meiner Meinung nach sehr dabei helfen, diese doch z.T. recht umfangreichen Ausführungen noch besser zu verstehen.

Mir haben die Grafiken besonders gut gefallen – minimalistisches Design trifft auf klare Fakten. Auch der Schreibstil des Autors ist ein großer Pluspunkt für mich: hier gibt es kein Geschwafel, kein “och irgendwie wird alles gut” sondern einen recht sachlichen Stil, der zwar die Dringlichkeit der Thematik verdeutlicht, aber trotzdem nichts ins Negative abfällt. Im Gegenteil: die einzelnen Kapitel wirken sehr bestärkend und durch das fundierte Wissen hat man das Gefühl, direkt loslegen zu können um etwas zu verändern. Es verfolgt ein wenig das Motto: wenn du in einem Lebensbereich wenig CO2 produzierst, ist es okay, wenn es in anderen Bereichen höher ausfällt – am Ende zählt das Gesamtbild.

Die Meerschweinchen-Tests
Am Ende der Ausführungen gibt es in jedem Kapitel die sogenannten Meerschweinchen-Tests (was Meerschweinchen mit dem Klima zu tun haben erfährt man übrigens im Kapitel “Freizeit, Sport und Haustier”), die eine detaillierte Selbsteinschätzung ermöglichen. Auf vier bis fünf Seiten kann man in unterschiedlichen Kriterien ankreuzen, ob diese Aspekte auf das eigene Verhalten/den eigenen Konsum zutreffen. Am Ende zählt man die Punkte zusammen und addiert ganz zum Schluss die Ergebnisse aus den einzelnen Kapiteln.

Neben den Meerschweinchen-Tests gibt ein noch drei Beispiel Personen, Anna, Bernhard und Christina, die uns über das komplette Buch begleiten und an denen exemplarisch ganz unterschiedliche Lebensstile aufgezeigt werden. Bevor es mit dem nächsten Kapitel losgeht findet man noch eine Übersichtsseite mit konkreten Tipps, die wie eine kurze Zusammenfassung des Kapitels funktionieren.
Neben einem Glossar mit den wichtigsten Begriffen gibt es am Ende des Buchs noch einen Ausblick der, wie ich finde, Mut macht und zeigt: niemand muss perfekt nachhaltig leben, um etwas fürs Klima zu tun. Niemand muss sich komplett vegan ernähren oder in völliger Askese leben, auf jeglichen Konsum verzichten und keinen Urlaub mehr machen. Wie heißt es doch so schön: die Dosis macht das Gift.

Mein Fazit
Mir hat der Schreibstil und die Art der Informationsvermittlung sehr gut gefallen – sachlich, konkret und viel um den heißen Brei herumzureden. Die Auffassung, dass man nicht in jedem Bereich seines Lebens perfekt nachhaltig leben muss (und kann) finde ich grundlegend total richtig – an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir jedoch gewünscht, dass etwas deutlicher betont wird, dass es nicht bedeutet, dass man sich deshalb auf den Bereich, in dem man wenig CO2 produziert, ausruhen kann. Auch wenn das keineswegs die grundlegende Aussage des Buches ist, hätte ich mir einfach hier und da eine deutlichere Aussage in diese Richtung gewünscht. Auch dem Bereich Veganismus hätte der Autor meiner Meinung nach noch mehr Raum schenken können – die Reduktion von Fleisch, die der Autor uns als Lesern als besten Weg im Bereich Ernährung mitgibt, ist zwar definitiv gut und richtig, aber ein paar weitere Ausführungen zur veganen Ernährung und ihrer Bedeutung fürs Klima hätte ich mir gewünscht.
Alles in allem hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen – es ist mit Abstand eines der besten Bücher zum Thema Klima und Nachhaltigkeit, was ich bisher gelesen habe.

Eure Julia

*das beeinflusst jedoch in keinster Form mein Urteil über das Buch.

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