10 Dinge, die ich nicht mehr kaufe + nachhaltige Alternativen

Eine der grundlegendsten Prinzipien, die meiner Meinung nach mit einem nachhaltigen Lebensstil einhergeht, ist dass Mehrweg immer die bessere Wahl ist – und Einwegprodukte alt aussehen lässt. Diese Tatsache widerlegt zusätzlich das sich immer noch hartnäckig haltende Gerücht, dass nachhaltiger Leben immer gleich mit mehr Kosten verbunden sind. Wer sich aber einmal ein Mehrwegprodukt gekauft hat und dieses gut pflegt, der wird dieses im besten Fall sehr lange verwenden und tut damit nicht nur was Gutes für die Umwelt, sondern kann auch sehr viel Geld sparen.
Deshalb habe ich heute eine Liste mit 10 Dingen aus dem Haushalt, die ich nicht mehr kaufe sondern durch nachhaltige, wiederverwendbare Alternativen ersetzt habe.

Wattepads

Egal ob zur Gesichtsreinigung oder zum abschminken: Wattepads finden sich in nahezu jedem Haushalt. Diese kommen nicht nur in einer Plastikverpackung daher, sondern sind auch oft aus Baumwolle. Wer sich jetzt denkt, hä, ist doch super, Baumwolle ist doch ein natürliches Material, der hat zwar Recht; aber Baumwolle benötigt sehr viele Ressourcen im Anbau, unter anderem sehr viel Wasser. Dafür, dass dieses Produkt nur ein Mal verwendet wird und dann direkt in den Müll wandert. Statt also im Drogeriemarkt Einweg-Wattepads zu kaufen, benutze ich mittlerweile ausschließlich selbstgemachte Wattepads, die man sich auch ganz einfach selber nähen oder häkeln kann. Alternativ gibt es diese beispielsweise hier oder hier zu kaufen.
Man kann die Mehrweg-Wattepads ganz einfach nach der Benutzung mit in die Waschmaschine geben. Meine behandel ich vorher noch mit veganer Gallseife, dann werden sie wieder strahlend weiß.

Frischhaltefolie

Egal ob für Essensreste, angeschnittenes Obst oder Gemüse oder für den Transport vom Butterbrot – Frischhaltefolie hat enorm viele Anwendungsmöglichkeiten und wird vermutlich in vielen Haushalten regelmäßig nachgekauft. Allerdings ist auch dieses ein Produkt, was nach einmaliger Verwendung direkt in den Müll wandert. Selbst wenn man versucht, die Folie ein zweites Mal zu verwenden, klappt das in der Regel nicht, da sie sehr schnell an sich selbst kleben bleibt und man das Ganze so nicht noch mal verwenden kann. Da es mich immer sehr gestört hat, dass zusätzlich zum Essen vom Vortag auch jede Menge Müll entsteht, habe ich mir vor gut drei Jahren Wachstücher aus Bienenwachs gekauft (mittlerweile gibt es diese auch in einer veganen Variante), mit denen man ebenso den Teller mit Essen vom Vortag, Gemüserest oder den Snack für die Arbeitspause abdecken kann. Als Alternative habe ich mir auch Abdeckhauben aus beschichteter Baumwolle gekauft, die haben am Rand ein Gummiband und sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Auch sehr praktisch! Das Ganze funktioniert natürlich auch mit einer umgedrehten Schüssel oder einem tiefen Teller – da muss man nicht einmal was Neues für kaufen! Egal ob mit Wachstüchern, mit einem Teller oder mit Abdeckhauben – um Essensreste abzudecken braucht man mittlerweile wirklich keine Frischhaltefolie mehr!

Wasserflaschen

Der Klassiker, werden sich jetzt viele von euch denken. Aber so selbstverständlich das für den einen ist, ist noch Neuland für den anderen. Denn das Vorurteil, dass es gesünder ist, Mineralwasser zu kaufen, hält sich noch immer hartnäckig. Die Sechserträger Wasser, einzelne Flaschen und ganze Kästen werden noch immer fröhlich aus dem Supermarkt nach Hause geschleppt um dann kurze Zeit später in leerer Form wieder genau dorthin zurückgebracht zu werden um Pfand wegzubringen. Dabei ist es so viel günstiger, einfach Leitungswasser zu trinken! Ob gefiltert oder ungefiltert, mit Wassersprudler oder einfach still – Leitungswasser ist vielfältig, günstig und nachhaltig. Hier findet ihr auch einen Artikel von mir, wann und warum ich auf Leitungswasser umgestiegen bin.

Geschenkpapier

Geschenke machen ist schön, ich mache mir gerne Gedanken darum, wie ich meinen Liebsten zum Geburtstag oder zu Weihnachten eine Freude machen kann. Mittlerweile verschenke ich gerne nicht materielles – einen gemeinsamen Kinoabend, einen Gutschein für das Lieblingsrestaurant o.ä. Falls es doch mal was Materielles sein soll, soll es natürlich auch schön verpackt werden. Dafür kaufe ich allerdings kein Geschenkpapier mehr, nachdem ich alle alten Reste aufgebraucht habe, habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die nicht nur nachhaltig sind, bei denen man sogar noch Geld sparen kann. Ob in Tüchern einwickeln, Zeitungspapier oder das Geschenk in sich selbst verpacken – hier findet ihr ein paar Ideen, die sowohl für Weihnachten als auch für jeden anderen Anlass um Geschenke zu machen, geeignet sind.

Notizzettel

Statt mir neue Notizblöcke zu kaufen verwende ich einfach, was ich eh schon zu Hause habe: Rückseiten von Fehldrucken, alte Briefumschläge, die Rückseite von alten Uniunterlagen, und anderes Papier, was ansonsten direkt in den Müll wandern würde. Dabei eignen sich die Rückseiten von – was auch immer man bedruckt oder beschrieben hat – doch hervorragend um sich mal schnell eine Notiz zu machen! So spart man nicht nur Geld und Ressourcen, sondern nutzt das Papier wirklich vollkommen, bis es wirklich entsorgt werden kann.

Feuchtes Toilettenpapier

Ich muss ehrlich sagen, feuchtes Toilettenpapier war mir schon immer ein Rätsel. Sich mit etwas kalt-nassem nach dem Toilettengang zu reinigen klang für mich nie sonderlich attraktiv. Zumal feuchtes Toilettenpapier echt teuer ist, im schlimmsten Fall das WC verstopft und jede Menge Müll verursacht. Dennoch kann ich das Bedürfnis, sich beispielsweise bei Magenproblemen oder während der Periode etwas mehr zu reinigen dennoch nachvollziehen. Seit über einem halben Jahr nutze ich dafür nun eine Podusche. Diese wird mit lauwarmen Wasser gefüllt und man kann sich nach dem WC Gang damit reinigen. Und was soll ich sagen? Ich bin großer Fan und möchte dieses Teil nicht mehr missen. Hier findet ihr nähere Infos dazu. Für einige ersetzt es vielleicht jede Form von Toilettenpapier, bei mir ist es eine Art Zusatz – durch die ich auf jeden Fall Toilettenpapier spare, da dieses ja nur noch zum abtrocknen verwendet wird. So absurd diese Erfindung (eigentlich ist es ja nur eine mobile Form eines Bidet) anfangs auch klingt, so sehr lohnt sich meiner Meinung nach die Anschaffung.

Einwegrasierer

Sie sind teuer, sie halten nicht lange und sie produzieren unfassbar viel Müll: (Einweg-)Rasierer. Mich hat es schon immer sehr gestört, wie kurzlebig dieses Produkt ist, und wie schnell man wieder in der Drogerie steht um neue Klingen oder neue Einwegrasierer zu kaufen. Vor knapp zwei Jahren habe ich mir eine Rasierhobel zugelegt – also einen Edelstahlrasierer wie ihn die Generation meiner Großeltern vermutlich benutzt hat – und dies war eine der besten Entscheidungen in Punkto Nachhaltigkeit. Die Skepsis und der Respekt war anfangs sehr groß (meine Erfahrungen habe ich hier mit euch geteilt), doch mittlerweile kann ich mir nicht mehr vorstellen, was anderes zu benutzen. Der Rasierer kostet ca. 30€ und die Klingen im 10er Pack ca. 3€. Die Packung mit Wechselklingen, die ich zusammen mit dem Rasierer gekauft habe, ist nach über zwei Jahren noch immer halb voll. Denn man kann die Klingen beidseitig verwenden und auch noch mal umdrehen – bei Bedarf kann man sie sogar an einer alten Jeans wieder schärfen. Man hat unfassbar wenig Müll und spart obendrauf jede Menge Geld. Eine win-win Situation würd ich sagen!

Agressive Putzmittel

Wenn man sich in der Putzmittel Abteilung in Drogeriemärkten umschaut, gibt es für so ziemlich jeden Zentimeter im Haushalt ein extra Putzmittel. Diese sind oft sehr teuer und enthalten nicht selten Inhaltsstoffe, die mehr als fragwürdig sind. Als ich mein Sammelsorium an Reinigern, Pulvern, Spezialreinigern und Sprays größtenteils aufgebraucht habe, habe ich ausprobiert mit Essig zu putzen. Das funktioniert wunderbar, hinterlässt strahlend saubere Oberflächen und endlich ist der Schrank unter meiner Spüle nicht mehr zu zugestellt. Hier habe ich eine DIY Anleitung für euch, falls ihr das Putzmittel auch mal ausprobieren wollt. Es ist unschlagbar günstig und besser für die Umwelt.

Küchenrolle


Zur Küchenrolle greift man nahezu automatisch, falls gekleckert wurde und mal was daneben gegangen ist. Dabei ist sie eigentlich gar nicht notwendig! Ich habe irgendwann einfach keine Küchenrolle mehr gekauft und Flecken, gekleckertes und übergelaufenes in der Küche einfach entweder mit dem Spüllappen oder irgendeinem Putzlappen weggewischt. Diese kommen einfach mit in die Waschmaschine und fertig. Das ist natürlich weder innovativ noch eine neue Erfindung – aber die Küchenrolle hat sich so etabliert, dass man gar nicht auf die Idee kommt, das übergelaufene Wasser auf dem Boden einfach mit einem Baumwolltuch aufzuwischen. Ich habe mir einfach eine größere Anzahl an Tüchern und Lappen auf Flohmärkten und Co. gekauft und vermisse die Küchenrolle seit dem nicht.

Kugelschreiber

Die wenigsten kaufen sich vermutlich Kugelschreiber – dafür wird man zu oft auf Veranstaltungen mit Werbegeschenken überhäuft. Die halten leider meist nicht lange und schreiben oft nicht gut – und wandern dann in den Müll. Ich habe viele dieser aussortiert und verschenkt (die GiveBox in Mainz ist dafür eine gute Möglichkeit) und benutze seit dem einen Füller mit nachfüllbarer Patrone. Tintenfässer gibt es noch ganz klassisch im Schreibwarengeschäft zu kaufen, schöne nachhaltige Füller z.B. hier.
Damit schreibe ich nicht nur schöner, ich ärgere mich auch nicht mehr über Kugelschreiber, die von jetzt auf gleich den Geist aufgeben.

Was sind Sachen, die ihr nicht mehr kauft? Verratet es mir in den Kommentaren!
Eure Julia


12 Kommentare zu „10 Dinge, die ich nicht mehr kaufe + nachhaltige Alternativen

  1. Tolle Anregungen! Meine Geschenke verpacke ich auch gerne in Zeitungspapier oder in Geschenktüten – die kann man immer wieder verwenden. Ansonst verzichte ich nicht wirklich, sondern achte eher auf die Verpackung. Deshalb kaufe ich zum Beispiel so gut wie nichts in Plastikflaschen.
    Liebe Grüße, Simone

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  2. Darf ich fragen, wo du den Rasierhobel gekauft hast? Ich habe bislang immer nur welche mit Holzgriff gesehen, was ich mir irgendwie nicht so gut vorstellen kann, da das Ding ja ständig nass wird. Das hält dann sicher nicht so lange wie deiner aus Metall.

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  3. Ich kaufe keine Binden oder Tampons mehr, und könnte inzwischen überhaupt nicht mehr ohne meinen menstruationscup leben.
    Es ist so großartig, dass es kein Auslaufen mehr gibt und man sich den ganzen Tag sicher fühlt, ohne tagsüber auch nur einmal an seine Tage zu denken und ein Tampon/Binde wechseln zu müssen. Es ist dadurch viel hygienischer, man tut seinem Körper etwas Gutes, weil man die Schleimhäute vorm direkten Kontakt mit Bleichmitteln und Weichmachern befreit, es ist viel resourcenschonender und man erzeugt zudem endlich keinen Müllberg mehr. Einfach großartig! 🙂

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  4. Gute Ideen haben Sie.

    Zu Ihrer Frage: wir kaufen unsere Kleider und fast alle Gegenstände des alltäglichen Bedarfs gebraucht. Ausnahmen sind Schuhe, Unterwäsche und natürlich die Lebensmittel.

    Schöne Grüsse von der anderen Rheinseite, Herr Ärmel

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  5. Definitiv kein Wasser aus Plastikflaschen mehr. Leitungswasser ist völlig ok. Und wann immer möglich, loses Obst und Gemüse. Leider gibt es so vieles nur in diesen Platik-Schalen. Und das ist dann noch viel billiger. Nie feuchtes Toilettenpapier, Wattepads sowieso nicht. Und mit den Küchentüchern sieht es ähnlich aus. Wir sind nicht perfekt, aber Projekt -50 % läuft… Lg Cornelia

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