Jetzt wird es tricky: nicht ganz so einfache müllfreie Alternativen

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Es könnt alles so einfach sein … isses aber nicht. Um an dieser Stelle passender Weise ein Lied von Fanta Vier zu zitieren. Denn es gibt Bereiche im Haushalt, die sind recht leicht müllfrei zu bekommen. Oder müllreduziert. Dann gibt es auch allerdings Bereiche, die einfach etwas komplizierter sind.
Ich habe euch auf Instagram gefragt, was euch persönlich nicht so leicht fällt und wo ihr noch nach Ideen für Alternativen sucht. Hier kommen meine Tipps dazu.

Kaugummi
Also vorweg muss ich sagen, dass es natürlich der nachhaltigste Weg wäre, gänzlich auf Kaugummis zu verzichten. Nicht nur, dass die Verpackung enorm viel Müll produziert, da die meisten Kaugummis zur normalen Verpackung auch einzeln verpackt sind, sondern zudem auch aus erdölbasierten Polymeren besteht und zusätzlich jede Menge Zusatzstoffe enthält, damit man so wunderbar lange darauf herum kauen kann. Nicht so sexy, oder? Aber ich kann natürlich verstehen, dass es Momente gibt, in denen man gerne einen frischen Atem hätte. Die Marke Chicza stellt Bio-Kaugummis aus Naturkautschuk her. Diese sind biologisch abbaubar und aus natürlichen Ressourcen. Ich habe sie selbst nie getestet und kann daher auch nichts zur weiteren Verpackung oder zum Geschmack sagen. Wäre jedoch schon mal eine nachhaltigere Alternative. Statt zu kauen – wie wäre es mit Lutschbonbos? In kleineren Bonbons Manufakturen gibt es diese auch häufig in Metalldosen oder Gläschen. Dabei gibt es ja auch diverse Geschmacksrichtungen und einen frischen Atem hat man auch.

Käse
Ich kaufe tatsächlich selten bis nie Käse und wenn, auf dem Wochenmarkt. Hier in Mainz ist es überhaupt kein Problem, wenn ich meine eigene Dose mitbringe. Alternativ würde ich einfach mal im Supermarkt oder im Bioladen nachfragen – in einigen Geschäften ist das kein Problem, wenn man selbst die Dose mitbringt. Auch wenn es anfangs Überwindung kosten kann – es lohnt sich! Zudem hat tegut … als erste (mir bekannte!) große Supermarktkette das Mitbringen von eigenen Behältnissen deutschlandweit in allen Filialen erlaubt – hier findet ihr mehr dazu. Das ist ein enorm wichtiger Schritt und zeigt, dass auch außerhalb der unverpackt „Blase“ in der man sich schnell bewegt, Bedarf an müllreduziertem Einkaufen ist. Wer es mal mit veganem Käse probieren will, kann z.B auf Würzhefeflocken zurückgreifen und daraus eine leckere, vegane Käsesoße zaubern. Hier findest du eine Zusammenstellung diverser Rezepte, um veganen Käse selber zu machen. Davon habe ich selbst noch nichts ausprobiert, falls ich eines der Rezepte mal teste, teile ich meine Erfahrungen auf Instagram mit euch.

Sonnencreme
Bei Instagram habe ich euch schon berichtet: Ich nutze momentan Naturkosmetik Sonnencreme in Plastikverpackung. Das liegt vor allem daran, dass ich sehr empfindliche Haut habe, viel mit dem Rad unterwegs bin und schnell verbrenne. Dass das nicht gut für die Gesundheit ist, muss ich vermutlich niemandem näher erklären. Und ich habe tatsächlich auch noch keine gute Sonnencreme ohne Plastikverpackung gefunden, die ich nicht am anderen Ende der Welt bestellen musste. Also kann ich euch nur ans Herz legen, ein bisschen mehr Geld in Naturkosmetik zu investieren, um eurem Körper damit was Gutes zu tun. Und euch bei der Hitze unbedingt einzucremen!

Make Up
Momentan benutze ich weiterhin die Kosmetik, die ich bereits besitze. Also auch in Plastik verpacktes, einfach, um es aufzubrauchen. Plastikfreie Kosmetik bzw. Make Up habe ich also selbst noch nie ausprobiert. Es gibt aber eine Firma aus Frankfurt, welche plastikfreies Make Up zum wiederbefüllen produziert: BAIMS Europe. Hierbei handelt es sich auch um zertifizierte Naturkosmetik. Allerdings habe ich sie noch nicht getestet, daher kann ich dazu nichts weiter sagen. Bei monomeer findet ihr plastikfreie Lippenstifte und hier ein paar Ideen, wenn ihr dekorative Kosmetik selber herstellen wollt.

Zähne putzen
Ich putze meine Zähne mit einer Bambuszahnbürste sowie Zahnputztabletten (über letztere habe ich hier bereits berichtet). Zusätzlich verwende ich jeden Abend Zahnseide – alle drei Dinge bekomme ich plastikfrei im örtlichen unverpackt Laden. Das Ergebnis der zwei letzten Zahnarztbesuche hat gezeigt, dass ich damit auch nichts falsch mache. Eine echte nachhaltige Alternative zum elektrischen Zahnbürste habe ich online nicht gefunden. Die austauschbaren Köpfe sind immer in Plastik verpackt und müssen nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht darauf verzichten kann oder verzichten möchte, der sollte dabei bleiben. Die Gesundheit hat auch immer Vorrang!
Eine weitere Möglichkeit, das Zähneputzen nachhaltiger zu gestalten, ist die Zahnpasta selbst herzustellen. Dazu wird u.a. Kokosöl und Natron benötigt – das Rezept dafür kannst du hier nachlesen. Es gibt auch feste Zahnpasta zu kaufen – die werde ich demnächst auch mal ausprobieren.

Putzen
Nachhaltig Bad und Küche zu schrubben scheint auf den ersten Blick furchtbar kompliziert zu sein – ist es aber tatsächlich nicht. Im Gegenteil: ich glaube kaum eine Umstellung ist so einfach und dazu noch platzsparend. Denn: Zum Putzen braucht man lediglich Essig und Wasser. Für besonders empfindliche Nasen vielleicht noch eine Zitronenscheibe o.ä. Einfach reine Essigsäure mit Wasser im Verhältnis 1:3 mischen, für den Geruch eine Scheibe Zitrone oder ein paar Tropfen ätherisches Öl nach Wahl hinzugeben, in eine alte Sprühflasche füllen, fertig. Keine Sorge, der Essiggeruch verfliegt sehr schnell. Ich putze damit das komplette Bad (Spiegel, Waschbecken, Toilette, Duschwanne) und die Küche (Herdplatten, Arbeitsflächen, Spülbecken). Ich würde bei Natursteinen oder sehr empfindlichen Materialien allerdings nicht mit Essig putzen, da das unschöne Flecken oder gar Schäden im Material verursachen kann. Wer sich unsicher ist, lieber vorher an einer unauffälligen Stelle testen. Für schwierige Stellen, an denen sonst Scheuermilch o.ä. zum Einsatz kommt, nutze ich Natron. Einfach aus die betroffene Stelle streuen, mit dem Essigwasser besprühen, abwischen und fertig.
Alternativ gibt es in vielen unverpackt Läden auch eine Abteilung, in der man sich Reinigungsmittel abfüllen kann – da gibt es in der Regel auch eine größere Auswahl an Spezialreinigern, also extra fürs Bad, für die Küche etc.
Als Putzlappen verwende ich tatsächlich alte, auseinandergeschnittene Baumwoll-Tshirts. Davon habe ich ein paar mehr, dann muss ich die nicht so oft waschen. Wer gerne „richtige“ Lappen hätte, der wird tatsächlich oft auf Flohmärkten fündig – einfach mal Ausschau halten, es werden oft noch unbenutzte oder sogar noch eingepackte Lappen und Tücher verkauft, womit man nicht nur Geld sondern auch Ressourcen sparen kann. In Bioläden gibt es zudem Putzlappen und Schwämme aus Recyclingmaterialien. Ich kann nur empfehlen, statt Einweg-Tücher und Schwämme lieber waschbare Alternativen zu verwenden. Die kann man ganz einfach mit in die Waschmaschine werfen und spart so auch hier Ressourcen und Geld.

Toilettenpapier & Taschentücher
Ich habe sehr lange nach verpackungsfreiem Toilettenpapier gesucht – bzw. einfach nach solchem, das nicht in Plastik eingeschweißt ist. Dieses hier habe ich mal ausprobiert, es kommt in einem großen Karton zu Hause an und ist nur mit Klebeband verschlossen – keine extra Verpackung o.ä. Das Toilettenpapier ist recht dünn, wenn ich mich recht erinnere ist es zweilagig, aber man kommt trotzdem erstaunlich lange damit aus. Momentan benutze ich Bambus Toilettenpapier von Smooth Panda – das kann man hier im unverpackt Laden in einer Papierverpackung kaufen. Online gibt es die Möglichkeit, ein Abo oder größere Mengen zu bestellen, wodurch es etwas günstiger wird. Ich finde das Toilettenpapier von Smooth Panda ist eine super Alternative – das werde ich vermutlich auch weiterhin kaufen. Zudem stellen sie auch Taschentücher her! Diese sind alle einzeln gefaltet und werden in einem Karton aufbewahrt – keine Plastikverpackung, kein Müll. Um diese im Rucksack zu transportieren kann man zusätzlich eine kleine Metalldose kaufen oder sich aus Stoff eine kleine Hülle selber nähen.
Als Alternative (oder Zusatz) zu Toilettenpapier kann ich wirklich wärmstens die Podusche von HappyPo empfehlen. Das ist quasi ein transportables Bidet für alle – und funktioniert super. Einfach das Behältnis mit lauwarmen Wasser auffüllen und sich nach dem WC Gang untenrum abduschen. Man braucht keinen Strom, keine Batterien, nichts. Man fühlt sich wie frisch geduscht und spart nebenbei noch jede Menge Toilettenpapier, da man dieses ja nur noch zum Abtrocknen braucht. Wer noch eine Stufe weiter möchte, der benutzt dann statt Toilettenpapier einfach Waschlappen zum Abtrocknen, die dann zur nächsten Kochwäsche dazu kommen.
Zu Hause benutze ich Stofftaschentücher – das klingt für die meisten bestimmt merkwürdig und vielleicht unhygienisch, ist es aber schlicht und ergreifend nicht. Einfach die Stofftaschentücher genau so oft wie ein „normales“ Taschentuch verwenden, regelmäßig auswechseln und bei mind. 60 Grad waschen, fertig. Auch diese kann man übrigens super auf dem Flohmarkt shoppen – wenn man einmal die Ausschau danach hält, sieht man sie am Ende gefühlt an jedem zweiten Stand. Auch hier findet man oft noch komplett verpackte oder welche die aussehen, als wären sie nie benutzt worden.
Zudem habe ich für Gäste immer eine Taschentücherbox im Wohnzimmer stehen, die gibt es mittlerweile in vielen Drogeriemärkten ebenfalls komplett plastikfrei zu kaufen

Ich hoffe, dass diese Tipps euch weiterhelfen. Habt ihr noch weitere Ideen für diese Bereiche? Dann teilt sie doch gerne in den Kommentaren mit uns!
Eure Julia