Let’s talk about money

Über Geld spricht man nicht. Jedenfalls ist das (glaube ich) die gängige Meinung zu diesem Thema. Ebenso wie die Frage, wen man bei der letzten Wahl gewählt hat, scheint auch das liebe Geld unter dem Schleier des Schweigens zu ruhen. Ich würde sagen, dass es jedem selbst überlassen ist, inwieweit man über die Einnahmen und Ausgaben sprechen mag. Es gibt auch Dinge, die schlicht niemanden was angehen. Aber ein Thema welches mich häufiger beschäftigt und auch andere zu beschäftigen scheint, ist das Budget für Lebensmittel.
Ob in Gesprächen mit Bekannten oder als Kommentare im Internet: viele scheinen sich einig darüber zu sein, dass es unfassbar teuer sein muss, bio und unverpackt, also müllreduziert einzukaufen. Soviel sei vorweg genommen: Wäre das der Fall, würde ich garantiert nicht so leben. Das mag jetzt erst mal hart klingen und natürlich ist Geld nicht alles im Leben. Ich kaufe so ein, weil ich der Überzeugung bin, dass es richtig und vor allem wichtig ist. Aber auch ich verfüge nur über ein begrenztes Budget und plane für die Monate entsprechend das Geld für die jeweiligen Posten wie Miete, Nebenkosten, Handy-und Internetverträge und dann auch Lebensmittel ein. Also muss sich natürlich auch das Geld für Lebensmittel in einem überschaubaren Rahmen bewegen und sollte definitiv nicht die größte Ausgabe im Monat sein – auch, wenn ich noch so gerne Geld für gutes Essen ausgebe.Processed with VSCO with c1 preset

Dennoch bin ich mir darüber im Klaren, dass das was ich als Budget dafür zur Verfügung habe, für andere verdammt viel Geld in diesem Bereich ist und dass es sich auch nicht jeder leisten kann, diese Summe monatlich für Lebensmittel auszugeben. Hier geht es nur um meine persönliche Ansicht der Dinge und ich möchte niemandem zu nahe treten, der es sich nicht leisten kann oder möchte so zu leben!

Es sei noch erwähnt, dass ich gerne Geld für Lebensmittel ausgebe. Das war nicht immer so, zu Beginn meiner Studienzeit habe ich immer möglichst billig im Discounter eingekauft. Da war aber zum einen meine finanzielle Situation noch anders und zum anderen habe ich mir damals einfach weniger Gedanken um das Thema Essen gemacht. Das hat sich in den letzten Jahren stark verändert und mittlerweile haben gute und frische Lebensmittel bei mir einen sehr hohen Stellenwert eingenommen. Ich weiß sowas vielleicht einfach mehr zu schätzen und kaufe bewusster ein – das liegt natürlich zum Teil auch daran, dass es mir schlicht finanziell möglich ist, dies zu tun.
Folgendermaßen sehen in der Regel meine Einkaufsgewohnheiten aus:
Ich gehe ein- manchmal zwei Mal in der Woche auf den Wochenmarkt. Ich befinde mich im Moment in der luxuriösen Situation, genug Zeit dafür zu haben. Dort kaufe ich frisches Obst und Gemüse, immer mit den eigenen Gemüsebeuteln bewaffnet, Käse, welcher mir freundlicherweise auch immer in meine eigene Dose gelegt wird, ab und zu frische Antipasti und wenn ich sie brauche, auch Butter. Alles, was ich ansonsten noch brauche, also Müsli, Kaffee, Nudeln, Gewürze und Co., kaufe ich im örtlichen unverpackt Laden. Das Sortiment umfasst dort mittlerweile eigentlich fast alles, was ich so brauche. Ab und zu kommt es doch mal vor, dass ich etwas benötige, was dort nicht zu finden ist. Dann gibt es als Alternative für mich noch den Biosupermarkt und direkt bei mir um die Ecke gibt es noch einen ‚ganz normalen‘ Supermarkt, wo ich im Notfall auch Milch in der Glasflasche und auch loses Obst und Gemüse bekomme. Das ist nach meinem Empfinden nicht ideal, aber manchmal siegt entweder die Faulheit oder die Wochenplanung lässt es nicht anders zu.
Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wie viel gebe ich für Lebensmittel denn nun aus? Ich führe ein Ausgabenbuch (dazu im weiteren Verlauf des Artikels mehr) und schreibe mir jede noch so kleine Ausgabe penibel genau auf. Ich habe mir das letzte halbe Jahr angeschaut und alle Ausgaben für Lebensmittel zusammengerechnet. Im Durchschnitt habe ich 60 Euro pro Woche für Lebensmittel, also 240 Euro im Monat ausgegeben.  Darin einberechnet ist von Einkäufen im Supermarkt, dem Wochenmarkt, dem unverpackt Laden, Essen gehen und Essen bestellen alles enthalten. Wie gesagt ist diese Zahl nur ein Durchschnittswert und es gibt Monate, da gebe ich mehr Geld und es gibt Monate, da gebe ich deutlich weniger Geld dafür aus. Aber ich versuche immer, mich in diesem Rahmen zu bewegen, da ich ja auch nicht all mein Geld für Lebensmittel ausgeben kann (und möchte).
Was mir hilft, um das Portemonnaie nicht zu sehr zu strapazieren ist das bereits erwähnte Ausgabenbuch. Was anfangs total unsexy und nach sehr viel Aufwand klingt (mir ging es damit auch nicht anders) war für mich die Rettung (in meinem Artikel Minimalismus und Wertschätzung habe ich ausgeführt, warum). So habe ich auch eine extra Spalte für Lebensmittel und schreibe genau auf, wie viel ich wo ausgegeben habe. Wenn ich bspw. bereits Montagabends mit einer Freundin essen war, überlege ich es mir zwei Mal, ob ich das in den nächsten Tagen noch mal mache. Hand in Hand geht damit für mich die Essensplanung. Ich mache mir am Sonntagabend meistens eine Liste, was ich in der kommenden Woche essen möchte. Ich koche meist für mich allein, deshalb koche ich auch in der Regel für zwei Tage. Das spart nicht nur Geld sondern auch jede Menge Zeit. Und die Gefahr, dass Lebensmittel weggeschmissen werden, sinkt enorm. Es mag simpel klingen, aber ich halte mich auch an diese Liste. Am Sonntag zu sagen, was man am nächsten Freitag essen möchte, kann den ein oder andern vielleicht ganz schön frustrieren. Aber ich sehe das so: Ich gebe Geld dafür aus, also esse ich das am Freitag dann auch. Klingt ganz schön pragmatisch, oder? Die Einkaufsliste spielt bei der Frage nach dem Geld auch eine wichtige Rolle. Wie ich vermutlich schon häufiger erwähnt habe, kaufe ich nur bedarfsgerecht ein. Sprich: Ich brauche für das Gericht eine Paprika? Dann wandert auch nur eine Paprika in meinen Einkaufskorb. Ebenso verhält es sich mit den Lebensmitteln, die ich unverpackt kaufe. Die Gläser werden nur dann aufgefüllt, wenn sie auch leer sind. So vermeide ich es, unnötig Geld für Dinge, auszugeben, die ich gerade gar nicht brauche und die am Ende vielleicht sogar einfach weggeschmissen werden (müssen). Solche Übersichten anzufertigen hat mir enorm dabei geholfen, das Thema Geld in diesem Bereich in den Griff zu bekommen und so auch einfach weniger darüber nachzudenken. Es ist kein Stressfaktor mehr für mich sondern etwas, wofür ich gerne Geld ausgebe.
Ich möchte abschließend noch einmal betonen, dass es sich hierbei um meine persönliche Ansicht handelt und ich nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen kann. Bei jedem sieht die finanzielle Situation anders aus, jeder setzt seine Prioritäten anders. Das ist auch vollkommen okay, denn jeder muss für sich selbst entscheiden, wie viel Geld wofür ausgegeben wird und werden kann.

Gebt ihr gerne Geld für Essen aus? Und wie kauft ihr ein? Habt ihr auch ein Ausgabenbuch und ist es für euch eher eine Hilfe oder nervt es? Ich freu mich über eure Kommentare!
Eure Julia

2 Kommentare zu „Let’s talk about money

  1. Ich persönlich finde es gut, auch mal über die Finanzen zu sprechen, denn so kann man vielleicht auch Dinge erfahren, die einem vorher garnicht so bekannt sein. Nur wenn man sich austauscht, kann man lernen.

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    1. Hallo liebe Nadine,
      du hast Recht, genau so sehe ich es auch. Für viele ist genau der finanzielle Aspekt ein Grund, sich nicht mit nachhaltigen und müllfreien Alternativen auseinanderszusetzen – aus Angst, das sei alles so teuer. Durch einen Austausch kann man das Gegenteil erfahren!
      Ganz liebe Grüße, Julia

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